Passives Zuhören

Passives Zuhören bedeutet, dass einer spricht während der andere sichtbar und spürbar zuhört. Er sagt dabei nichts, vielleicht abgesehen von einem gelegentlichen „Grunzlaut“ oder einem „Hm“. Dennoch ist der Zuhörer völlig präsent und nimmt alles auf, was sein Gegenüber sagt.

Sowohl bei Thomas Gordon (Passives Zuhören) als auch bei Marshall B. Rosenberg (Stille Präsenz) ist die große Wirkkraft dieser Form des Zuhörens beschrieben. Gordon schreibt: „Passives Zuhören ist eine überzeugende, wortlose Botschaft und kann wirksam angewendet werden, um einem Menschen das Gefühl aufrichtiger Anteilnahme zu geben.“ Marshall B. Rosenberg formuliert es so: „Den Verstand leer machen und mit dem ganzen Wesen zuhören.“

Was bringt das?

Dieses von Rosenberg beschriebenes „mit dem ganzen Wesen Zuhören“ ist der Kern der Empathie. Wenn wir es schaffen, im einfühlsamen Kontakt mit unserem Gegenüber zu bleiben, dann ermöglichen wir es ihm, zu tieferen Ebenen seines Selbst vorzudringen, sich selbst über seine Gefühle und Bedürfnisse klar zu werden und Lösungen für sein Problem zu finden bzw. es annehmen zu können. Auch aktuelle Untersuchungen zeigen, dass im therapeutischen Kontext vor allem Empathie zur Linderung von Beschwerden beiträgt.

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Mama von Zwillingen und einer Großen, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation und Journalistin, lernt mit Begeisterung neue Dinge. Sie schwankt zwischen Freude und Verzweiflung über ihre lebendige Familie.