Gewaltfreie Kommunikation in Kitas zur Stressprävention

34 Kita-Mitarbeiter:innen haben in den vergangenen Monaten geballtes GFK-Wissen an die Hand bekommen. In diesem Text geben wir einen Einblick in die Zusammenarbeit der Leuchtturm Eltern mit der Diakonie Solingen und der BERGISCHEN Krankenkasse. Birthe hat dazu ein Doppelinterview geführt: Mit Verena als verantwortliche GFK-Trainerin und mit dem zuständigen Kundenberater bei der Krankenkasse, Marco Kopainski.

Hauptsächlich arbeiten wir Leuchtturm Eltern ja, wie unser Name schon sagt, mit Eltern zusammen. In den vergangenen Monaten gab es „nebenbei“ noch ein ziemlich großes weiteres Projekt: Nämlich drei GFK-Basisausbildungen für Kitas vom Träger der Diakonie Solingen. Wie das Projekt zustande gekommen ist, was die Inhalte waren, welche Resultate es bereits jetzt gibt und wie es weitergehen soll – all das liest du in diesem Interview. Zudem sprechen wir darüber, was eine Krankenkasse dazu bewegt, ein solches Projekt zu fördern und wie die Gewaltfreie Kommunikation und Stressprävention zusammenhängen.

Herr Kopainski, welche Aufgabe haben Sie bei der BERGISCHEN Krankenkasse?

Marco Kopainski: Ich bin Kundenberater und betreue hauptsächlich Arbeitgeber. Dazu gehören Themen wie Gesundheitsförderung in Unternehmen, ein gesundes Miteinander, Mitarbeiterpartizipation sowie weniger Krankenstand. Das geht von kleinen Gesundheitsförderungen wie der bewegten Pause über eine Ernährungsberatung im Unternehmen bis hin zum kompletten betrieblichen Gesundheitsmanagement. Ich bin der Ansprechpartner für Unternehmen, für Feriencamps und eben auch für die Kitas und Schulen. In diesem Fall für die Kitas der Diakonie.

Haben Sie sich mit dem Thema GFK schon einmal persönlich auseinandergesetzt?

Marco Kopainski: Sagen wir mal so: Kommunikation kommt ja überall vor. Ob es im Privatleben ist oder im beruflichen Leben. Auch als Kundenberater im Außendienst muss man viel reden. Intern, bei der BERGISCHEN, sind wir natürlich auch nicht immer einer Meinung. Da habe ich schon erlebt, dass Empathie wirkt. Also wenn ich auf die Betreffenden zugehe und frage: Um was geht es denn überhaupt? Kann ich irgendwie helfen? Da hat man das dann schon permanent im Alltag.

Das klingt so, als hätten Sie sich diese Fähigkeiten selbst beigebracht?!

Marco Kopainski: Angefangen hat das schon im frühen Alter. Ich habe 25 Jahre lang Fußball gespielt und war sechs oder sieben Jahre lang als Schiedsrichter unterwegs. Mit 16 Jahren habe ich teils Spiele gepfiffen, bei denen die Spieler 25 oder 30 Jahre alt waren und die sich dann gegenseitig auf dem Platz aufgeheizt haben. Eines habe ich schnell verstanden: Wenn ich jetzt auch ein Heißsporn bin, dann geht das hier insgesamt nicht gut aus. Geholfen hat mir der Perspektivwechsel. Verständnis zeigen, was in dem anderen vorgeht. Das hat dazu geführt, dass ich einen rüden Tonfall mir gegenüber gar nicht mehr an mich rangelassen habe, weil ich wusste: Der meint mich jetzt gar nicht persönlich.

Marco Kopainski ist Kundenberater bei der BERGISCHEN Krankenkasse und hat das Projekt „Gewaltfreie Kommunikation in Kitas“ mit betreut.
Foto: BERGISCHE Krankenkasse

Was war ausschlaggebend dafür, dass die BERGISCHE Krankenkasse die GFK-Basisausbildung in den Kitas gefördert hat?

Marco Kopainski: Dazu bewogen hat uns, dass wir im Rahmen der Gesundheitsförderung Projekte aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Suchtprävention und Stressmanagement gern unterstützen. Auch in den außerbetrieblichen Lebenswelten, zu denen die Kitas und Schulen gehören. Wir möchten, dass die Kitamitarbeiter:innen und die Lehrenden sowie die Kinder gesund durchs Leben gehen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir unseren Job als Krankenkasse einfach gut gemacht. Wir fördern gern Projekte in der Region. Wir sind schließlich die BERGISCHE Krankenkasse, da sind uns regionale Partner besonders wichtig.

Verena, erzähl‘ doch mal, wie die Zusammenarbeit mit der Diakonie zustande gekommen ist!

Verena Ohn: Angefangen hat das Ganze bei einem Elternabend wo Petra Butterweck, heute die Bereichsleitung für die Kitas bei der Diakonie, feststellte, wie sich die Atmosphäre veränderte und der Stresspegel sank – durch GFK. Es handelte sich um eine eskalierende Konfliktsituation, und ich habe als Mutter interveniert. Empathisch vermutet, die beiden Parteien empathisch abgeholt. Es war ein Hören und gehört werden, Verständnis nähren und irgendwie zu versuchen, eine gemeinsame Basis zu schaffen. Die Art und Weise wie ich es gemacht habe, war offensichtlich erfolgreich und auffällig. Frau Butterweck hat gesagt: „Das ist ja cool, wenn alle das machen, dann können wir viel entspannter mit Konflikten umgehen.“

Bis es dann wirklich losging, dauerte es allerdings noch eine ganze Weile.

Verena Ohn: Ja, denn es fehlte das Geld. Letztes Jahr, fast anderthalb Jahre später, landete bei Frau Butterweck ein entsprechendes Schreiben für eine Förderung zum Thema Stressprävention auf dem Schreibtisch. Wir haben dann telefoniert und überlegt, was wir daraus machen können. Ich habe sofort einen Zusammenhang zwischen Stressprävention und Gewaltfreier Kommunikation gesehen. Es folgten Gespräche mit der BERGISCHEN Krankenkasse zu der Frage: Inwiefern trägt GFK zur Stressprävention bei und welche Formalitäten sind zu beachten? Wir haben dann Förderanträge und Kostenpläne eingereicht. Die Inhalte waren damals schon ziemlich klar abgesteckt.

„Das ist ja cool, wenn alle das machen, dann können wir viel entspannter mit Konflikten umgehen.“

Der erste Kontakt der Diakonie mit dem Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ hat Spuren hinterlassen.

Welche Rolle hat die BERGISCHE Krankenkasse bei den Basisausbildungen gespielt?

Marco Kopainski: Wir fördern in Solingen viele unterschiedliche Projekte, wie zum Beispiel jetzt bei der Diakonie die Gewaltfreie Kommunikation. Frau Butterweck, die Abteilungsleiterin der Kindertageseinrichtungen, ist hellauf begeistert. Und es macht uns einfach Spaß. Zukünftig ist angedacht, in der Diakonie weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung anzubieten.

Verena Ohn: Es ist einfach auch nochmal ein etwas unkonventionellerer Ansatz, anders an die Gesundheitsförderung und Prävention ranzugehen als sonst. Wir sind ja sozusagen eine Art Vorstufe zur Therapie. Da wo irgendwann, wenn es so weiterginge, die Therapie nötig wäre, versuchen wir schon im Vorfeld anzusetzen.

Prävention ist bei der BERGISCHEN Krankenkasse ohnehin ein wichtiges Thema, oder?

Marco Kopainski: Ja, auf jeden Fall! Zum Beispiel durch zertifizierte Präventionskurse, die wir ja mit 500 Euro pro Jahr und Mitglied bezuschussen. Damit sind Kurse aus den vier Feldern Stressmanagement, Ernährung, Bewegung und Suchtprävention gemeint. Diese Förderung erhalten übrigens auch Kinder, die bei uns versichert sind.

Welche Kriterien setzt die BERGISCHE Krankenkasse an, um solche Präventionsmaßnahmen zu fördern?

Marco Kopainski: Die Kurse müssen von der Zentrale Prüfstelle Prävention zertifiziert sein. Dafür gibt es unterschiedliche Kriterien, die bei uns erfragt werden können. Beim Stressmanagement ist es so, dass beispielsweise ein Yogakurs vor Ort erstattet werden kann. Aus dem Feld Bewegung sind klassische Rückenkurse ein gutes Beispiel. Neu im Programm bei der BERGISCHEN ist, dass wir auch Feriencamps finanziell fördern. Wir helfen Anbietern bei der Zertifizierung eines solchen Kursangebotes.
Zudem haben wir die Möglichkeiten, Betriebe bei der Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu unterstützen. Hier gibt es konkrete gesetzliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Aber genau hierbei helfen wir und klären auf.

Verena Ohn ist Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation und Mitgründerin der Leuchtturm Eltern. In den vergangenen Monaten hat sie 34 Mitarbeiter:innen der Diakonie-Kitas in Solingen geschult.
Foto: Daniel Rüsseler

Als die Förderung stand, konnte es also losgehen. Wie war der Projektstart?

Verena Ohn: Ich habe sehr klar gemacht, dass GFK Persönlichkeitsentwicklung ist – und zwar in die Richtung, dass ich besser Selbstfürsorge betreiben kann. Und um Teilnehmende zu gewinnen, haben wir Schnuppertage veranstaltet. Die hat dann noch die Diakonie aus eigener Kraft finanziert. Von diesen 5 Schnuppertagen sind am Ende 36 Menschen in die Basisausbildung gegangen. Maximal 14 pro Gruppe, mindestens zwei Gruppen parallel, damit sich innerhalb einer Kita zwei Mitarbeitende austauschen können. Zusätzlich gab es eine Leiterinnengruppe. Diese hat die Diakonie finanziert. Am Ende haben die Diakonie und die BERGISCHE Krankenkasse das Projekt mit einer großzügigen Summe unterstützt.

Worum ging es inhaltlich?

Verena Ohn: Die absoluten Basics der Gewaltfreien Kommunikation. Was heißt eigentlich gewaltfrei, was heißt Gewalt, was bedeutet Kommunikation. In der Ausbildung haben die Teilnehmenden ganz viel darüber gelernt: Wie reden wir normalerweise miteinander und wie könnten wir reden. Und warum verursacht das, was wir machen, Stress. Dabei stand im Mittelpunkt was ich selbst beeinflussen kann und wie ich als Kita-Mitarbeiter:in gut für mich sorgen kann.

Da sprichst du ein Kernproblem an, das sicher viele in den sozialen Berufen kennen: Sie laufen Gefahr durch ihre Arbeit auszubrennen.

Verena Ohn: Ja, alle sind rausgegangen aus der Ausbildung mit der Erkenntnis: Ich neige dazu, anderen viel Verständnis entgegenzubringen. Aber mir war bisher gar nicht so bewusst, dass ich auch für mich selbst einstehen sollte. Und ich kann das auf eine Art und Weise tun, die dem anderen nicht schadet. Viele haben gedacht: Entweder der andere oder ich. Und an dieser Stelle haben sie sich in der Vergangenheit oft für die Dienstleistung für den anderen entschieden. Dabei ist es wie im Flugzeug mit dem Sauerstoff: Ich sollte erst mir selbst Sauerstoff geben, bevor ich meinen Mitreisenden Sauerstoff gebe. So ist das mit der Empathie auch. Ich muss erst mich selbst stärken, damit ich dann auch bei dem anderen sein kann. Das haben sie alle verstanden anhand von Übungen und wie das gehen kann. Nun stehen sie alle an dem Punkt wo sie sagen: Klingt cool, ich bin total begeistert, ich bin auch hoffnungsvoll und voller Vertrauen, dass das funktioniert. Aber das ist ja ein langer Weg. Ich will unbedingt weiter machen, ich brauche Übung.

Ich muss erst mich selbst stärken, damit ich dann auch bei dem anderen sein kann.

Verena Ohn

Gab es bestimmte Herausforderungen, die ihr besonders intensiv betrachtet habt?

Verena Ohn: Es ging viel um Situationen, in denen Eltern kommen und sich beschweren bzw. sie verhalten sich auf eine Weise, die sehr stressbesetzt ist mit Vorwürfen und Kritik. Sie sind übergriffig aus Perspektive der Erzieherinnen. Der Impuls sich abzugrenzen, einen Schritt zurückzutreten, der war da. Aber die Erzieherinnen wussten bislang nicht, wie es gehen kann. Auch aus der Angst heraus, dass es ja ihr Job sei, immer gut mit den Eltern zu sein.
Angst ist auch ein Stressfaktor. Also haben wir auch darüber gesprochen: Was brauchst du, um weniger Angst zu haben? Die Antwort: Rückendeckung von der Chefin. – Okay, wie kannst du die bekommen? Indem du sie fragst. Und ich hatte ja nun auch die Cheffinnen in der Runde und kann guten Gewissens sagen, die werden das voll mitgehen. Weil sie genau wissen, dass eine Mitarbeiterin, die nicht Nein sagen kann, die sich nicht abgrenzt, Gefahr läuft auszubrennen. In Kitas herrscht ein lautes Umfeld, ein trubeliges Umfeld, es menschelt viel, es ist ein Team, teils mit wenig Einfluss auf die Rahmenbedingungen. Da ist es umso wichtiger, mir des Einflusses auf mich selbst bewusst zu sein. Das haben die Teilnehmenden verstanden und lieben gelernt.

Manchmal kann ja allein schon die Frage „Wie geht’s dir?“ eine Einladung sein, überhaupt selbst einmal in sich hineinzuspüren. Gerade im Kita-Alltag kommt das sicher oft viel zu kurz.

Marco Kopainski: Das löst in dem Moment sicher auch was in einem selbst aus, wenn man mal drüber nachdenkt und sich bewusst wird: Wie geht es mir denn überhaupt? Das verlieren wir sicher alle oft aus den Augen im Alltagsstress. Man ist mit allem anderen beschäftigt, ohne sich achtsam auf sich selbst zu konzentrieren.
Verena Ohn: Zeit ist tatsächlich der Hauptstresspunkt bei vielen. So ein Gespräch zu führen mit Eltern, die sich beschweren, und da Empathie zu geben, da meinen manche: Das dauert doch viel zu lang, so viel Zeit habe ich gar nicht. Das ist ein Glaubenssatz. Denn Zeit ist eine Ressource. Zeit kann ich mir nehmen – im Prinzip ist es unbegrenzt da, so viel wie ich mir eben nehme. Da braucht es ganz viele Vereinbarungen. Mit der Leitung, mit dem Träger. Wieviel Zeit darf ich mir nehmen? Es braucht gute Argumentation, warum ich mir jetzt 10 Minuten nehme für ein Elterngespräch oder warum ich mir Inseln schaffe im Alltag. Das ist tatsächlich eine große Baustelle in den Kitas. Zeitmanagement allein reicht nicht. Es muss auch die Bereitschaft da sein, sich zuzumuten und diese Zeit zu nehmen. Und da ist dann wieder die Frage: Wie mache ich das? Wie sage ich, dass ich jetzt Zeit brauche? Das können wir üben.

Gibt es denn auch eine Möglichkeit, die Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren?

Verena Ohn: Ich habe vor allem den Leiterinnen etwas mit an die Hand gegeben für Situationen, wenn da so eins nach dem anderen kommt. Ein Mitarbeiter kommt rein, und kaum ist der raus, kommt der nächste… Und dann kommen Eltern, dann ein Kind und als nächstes ein Anruf. Es kommt einfach viel, die Leiterinnen sind gefangen in einer endlosen Reiz-Reaktions-Schleife. Und dann sagen die Leiterinnen: Ich habe gar keine Zeit, immer in mich reinzufühlen.
Da braucht es Routinen, ausgelöst durch einen Trigger. Was kehrt im Alltag regelmäßig wieder? Es kommt doch immer mal wieder jemand zur Tür rein. In dem Moment, wo der die Tür wieder rausgeht oder ich den Hörer wieder auflege, gewöhne ich mir an, mich hinzustellen, die Augen zu schließen, tief durchzuatmen, selbst wenn der nächste schon reinkommt. Ich stehe da mit geschlossenen Augen. Dann drehe ich mich einmal um mich selbst, atme und setze mich wieder. Mache die Augen wieder auf. So lange wir dastehen und die Augen zu haben, wird uns keiner ansprechen. Das ist bei uns gesellschaftlich so akzeptiert. Während sie mit dem Rücken zum anderen stehen, können sie in sich reinspüren. Üben, den Körper wahrzunehmen und zu schauen, was dieser vielleicht gerade braucht. Das ist gelebte Selbstfürsorge!

Um Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, braucht es Routinen, ausgelöst durch Trigger.

Verena Ohn

Wirkt sich die Schulung auch bereits auf die Kinder in den Kitas aus?

Verena Ohn: Da habe ich bislang keine konkrete Rückmeldung. Und tatsächlich fand ich es spannend, dass von Kindern, bzw. Konflikten mit ihnen, in der gesamten Basisausbildung kaum die Rede war. Ich habe eine sehr wertschätzende Haltung den Kindern gegenüber erlebt. Pädagogen, die sehr daran interessiert sind, dass es den Kindern gut geht und die sehr oft im Konflikt sind mit Eltern, die anders mit ihren Kindern umgehen, als sie es sich als Erzieher:innen wünschen würden.

Welche konkreten Auswirkungen sind denn in den Kitas zu spüren?

Verena Ohn: Es wirkt! Der erste Effekt, den die Teilnehmende geschildert haben: Dass sie das mit viel Humor in den Alltag übernehmen, sich manchmal angucken und sagen: das war jetzt aber nicht GFK! Oder: Wie würdest du das in GFK machen? Ich erinnere an die Möglichkeit, sich einen Empathiepartner zu nehmen, und sich zu bestimmten Situationen auszutauschen. Untereinander wissen sie ja, wer die Ausbildung bereits genossen hat. Und die Kollegen gehen hin und sagen: Willst du nicht mal eben mit deiner Empathiepartnerin da reden? Sie bekommen den Raum, das Gelernte zu üben.

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Schönes Ergebnis: Im Umgang mit den Kindern war die Haltung der Erzieher:innen schon sehr von Wertschätzung geprägt.
Foto: Eren Li / Pexels

Wie geht es perspektivisch weiter?

Verena Ohn: Wir möchten gerne nächstes Jahr einen Vertiefungskurs anbieten im ersten Halbjahr. Themen könnten sein: Nein hören, Nein sagen, Schuldgefühle wandeln, Wut auflösen, Eskalationen deeskalieren und moderieren, Wertekonflikte klären. Was tue ich, wenn Eltern und pädagogisches Fachpersonal einfach nicht einer Meinung sind? Wie gehen wir dann damit um, damit wir alle in Würde aus der Situation herausgehen? Das ist das womit die Erzieher:innen Bauchschmerzen haben, neben dem ganzen Tagesgeschäft.

Wird das Projekt auch weiterhin von der BERGISCHEN bezuschusst werden?

Marco Kopainski: Die Gesundheitsförderung ist immer eine Anschubförderung. Wir fangen mit einem Pilotprojekt an und fördern das weitere Ausbreiten dieses Projekts mit. Unser Ziel ist aber, dass Unternehmen betriebliche Gesundheitsförderung in die eigene Hand nehmen und weiter am Laufen halten können.

Sind neue Projekte in Planung?

Marco Kopainski: Ein aktuelles Beispiel ist die Familienolympiade in den Kitas. In der Corona-Zeit war es schwierig: Stichwort „Social Distancing“. Alle zuhause, keine Schule… Da kann die Situation sich ja durchaus auch mal aufheizen. In der Hoffnung, dass wir es so durchführen können wie geplant, starten wir in einer Pilot-Kita eine Familienolympiade, um auch die Familien wieder dorthin zu bekommen. Die Eltern sollen die Möglichkeit haben, mit ihren Kindern gemeinsam auch aus der Coronazeit rauszukommen und mal wieder anfangen zu leben, mal wieder gemeinsam Spaß zu haben. Das wird zum Beispiel auch durch uns gefördert. Da freue ich mich schon sehr drauf.

Herr Kopainski, was begeistert Sie persönlich an dem GFK-Projekt?

Marco Kopainski: Ich finde da diese Kette super wichtig, quasi von euch als Trainerinnen zu den Erzieher:innen, zu den Leiter:innen und zu den Kindern bzw. dazwischen noch den Eltern. Denn heutzutage merkt man es ja, dass die Leute zu allem ihren Senf dazu geben. Und die Kinder fangen auch schon an und kommentieren alles. Das macht mir persönlich Sorgen, weil ich nicht weiß, ob das gesellschaftlich in die richtige Richtung läuft. Deswegen finde ich es super wichtig, dass so etwas geschult wird und es am Ende die Kinder erreicht. So wachsen die Kinder direkt in einem anderen Umfeld auf. Darum geht es am Ende schließlich.

Wir als regionale Krankenkasse sind sehr interessiert daran, dass Kinder in einem gesunden, lebenswerten und gewaltfreien Umfeld aufwachsen.

Marco Kopainski, BERGISCHE Krankenkasse

Was hat es der BERGISCHEN ganz konkret gebracht, das Projekt zu fördern? Welche Erwartungen gab es?

Marco Kopainski: Wir freuen uns, dass wir die Zusammenarbeit mit der Diakonie vertiefen können. Und natürlich sind wir als regionale Krankenkasse daran interessiert, dass Kinder in einem gesunden, lebenswerten und gewaltfreien Umfeld aufwachsen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir unseren Job gut gemacht und ihr auch.

Und am Ende gibt es vielleicht auch weniger Krankenstand in den Kitas…

Marco Kopainski: Gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind eine der wichtigsten Ressourcen in jedem Betrieb. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Investitionen in die Gesundheit am Arbeitsplatz sich immer lohnen – für das Unternehmen und für die Beschäftigten. Das gilt für große Konzerne ebenso wie die Kita ums Eck. Dazu trägt ja auch die Mitarbeiterpartizipation im Unternehmen bei. Wenn ich weiß, dass mein Arbeitgeber auch meine Gesundheit fördert, zum Beispiel durch eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation, dann partizipiere ich einfach viel mehr an dem Gesamten und fühle mich auch zugehöriger.

Bergische Krankenkasse – die Krankenkasse für Familien

Gerade erste wurde die Bergische Krankenkasse von Focus Money im Bereich Familienfreundlichkeit als „exzellent“ bewertet – diese Auszeichnung haben 4 Krankenkassen von 150 erhalten.
Besondere Leistungen für Kinder: u.a. Rooming-in bis zum 13. Lebensjahr (Wenn Kind stationär aufgenommen werden muss, dann kann Elternteil mit aufgenommen werden.), 500 Euro pro Jahr für Präventionskurse (dazu zählen auch Sportcamps in den Ferien), sowie erweiterte Vorsorgeleistungen – Leistungen für Eltern: Gesundheitskurse und Reisen sowie weitere präventive Maßnahmen werden mit bis zu 500 Euro pro Jahr gefördert, Schwangere erhalten zusätzlich 300 Euro für z.B. Untersuchungen und Kurse.
Die Bergische Krankenkasse ist eine für NRW und Hamburg geöffnete gesetzliche Krankenkasse. Mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den Kundenzentren in Solingen, Wuppertal und Bergisch Gladbach sowie in der Hauptverwaltung in Solingen für zurzeit um die 71.000 Kunden da.
Weitere Infos unter: www.bergische-krankenkasse.de.

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